Die neue Art der Hundeausbildung

Mensch und Hund

Die natürliche Art der Hundeausbildung

Zurück zur Natur

Dazu gehört auch, dass wir Menschen akzeptieren, dass Hunde ein enormes Sozialleben pflegen. Dies vor allem bei der Aufzucht und der Erziehung von Welpen und Junghunden. Gerade in diesem Alter machen wir Menschen leider die grössten Fehler, da wir von unseren Ansichten ausgehen und das natürliche Wesen des Hundes total übergehen.

Es ist leider nach wie vor so, dass viele der Meinung sind, dass Hunde nur Befehle kennen und umsetzen können. Sogar unser Tierschutzbeauftragter im Kanton Bern ist dieser Meinung. Er geht sogar noch einen Schritt weiter und ist der Meinung, dass mit Hunden nicht gesprochen werden darf und dass Hunde draussen zu halten sind. Wenn schon Behörden so denken, welche eigentlich für das Wohl der Hunde zuständig sind, stimmt es einen einfach nur traurig und fassungslos.

Hunde sind heute Familienmitglieder und keine lästigen haarende Wesen mehr.

Nach 20 Jahren Arbeit mit verhaltensauffälligen Hunden hat sich gezeigt, dass weder Druck noch Gewalt zur einer erfolgreichen Ausbildung eines Hundes führen, obwohl nach wie vor sehr viele Trainer dieser Meinung sind.

Meine Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass vor allem der Hund in seinem Wesen respektiert werden muss und sein natürliches Verhalten in die Ausbildung einfliessen muss, damit langfristig ein sicherer Alltagshund daraus werden kann.

Wir Hundehalter müssen wieder weg kommen von der Idee dass sich der Hund an uns anpassen muss. Wir brauchen keine Maschinen an unserer Seite, welche sich nicht getrauen eigene Entscheidungen zu treffen. Hunde sollen ihr Sozialverhalten beibehalten können und vor allem in ihrer Art respektiert werden.

 

Gerade wenn es um das Familienwesen oder den Umgang mit Familienmitgliedern geht, könnten wir Menschen noch ganz viel von unseren Hunden lernen. Ich habe das Glück in einem Rudel von Hunden zu leben und so das Ganze hautnah miterleben zu können. Gleichzeitig erlebe ich auch das Verhalten des Rudels wenn es Nachwuchs gibt und vor allem den Zusammenhalt eines Rudels.

Ich kann mit stolz sagen, dass alle meine Welpen sehr gute Hunde geworden sind und vor allem absolut problemlos. Sie reagieren weder aggressiv auf andere Hunde oder andere Tiere, sind sehr kinderlieb und einfach absolute Traumhunde.

 

Die Entwicklung der Hundeausbildung

Weg von Druck und Gewalt

Zudem ist auch erschreckend wie Behörden teilweise über Hunde denken. Unser Tierschutzbeauftragter im Kanton Bern ist der Meinung, dass Hunde nur Befehle wahrnehmen können und nicht in einem Haus oder Wohnung gehalten werden dürfen. Im Kanton Aargau gibt es die Ansicht, dass man grosse Hunde mit Druck und Gewalt zu folgsamen Hunden erziehen muss.

Hunde gehören für mich zur Familie und haben ein Recht darauf ihre eigenen Entscheidungen treffen zu können. Ich möchte keine Maschinen an meiner Seite, denn dafür brauche ich keinen Hund. Ich will einen Partner an meiner Seite, der mit mir durch dick und dünn geht.

 

Heute sind Hunde mehrfach ein Accessoire welches wir nach Lust und Laune austauschen. Sobald er nicht mehr in unser Leben passt, tauschen wir den Hund aus und legen uns einen zu, der eher zu uns passt. Dies ist leider trauriger Alltag.

Aber auch aus rechtlicher Sicht hat sich vieles verändert. Hunde sind heute keine Sache mehr, sondern gehören voll und ganz in unsere Gesellschaft. Doch was einerseits ein Vorteil ist, kann leider auch ein erheblicher Nachteil sein. Denn dadurch fördern wir die Vermenschlichung. Wir zwingen unseren Hunden unser Verhalten auf und erwarten von unseren Hunden, dass sie ihre Natur vergessen und ignorieren.

Damit greifen wir enorm in die Natur von unseren Hunden ein und Probleme sind somit vorprogrammiert.

 

Hunde brauchen ein sichers und geführtes Umfeld wo sie sich frei bewegen können und sie müssen sich auf uns Menschen verlassen können. Aber einem Hund ist es egal ob du in einer Luxusvilla lebst oder auf einer Parkbank.

Hauptsache er kann bei dir sein.

Hunde gehören heute zur Familie

Ein Partner fürs Leben

Durch solche Momente wird einem bewusst wie wichtig ein Hund für uns ist und vor allem was er uns bedeutet. Für mich ist mein Rudel das Grösste. Andere haben Kinder und ich habe meine Hunde. Ein Hund kann und darf nicht ein Ersatz für einen Menschen sein, aber dennoch gehören heute Hunde zur Familie.

Die Zeiten als Hunde noch draussen im Zwinger gehalten wurden, sind definitiv vorbei. Leider ist es traurig, dass dies noch nicht überall angekommen ist.

Wir Menschen nehmen uns das Recht über andere Lebewesen zu herrschen und Entscheidungen zu treffen. Es wäre an der Zeit, dass wir lernen umzudenken.

 

 

In den letzten Jahren und Monaten habe ich mir sehr viele Gedanken über die Menschen und den Umgang miteinander gemacht. Durch einige private Tiefschläge und Erfahrungen habe ich ab und zu an der Menschheit gezweifelt. Dabei hat mir mein Rudel immer stets zur Seite gestanden und ist mit mir durch dick und dünn gegangen. Leider kann ich dies nur von ganz wenigen Menschen sagen. Oftmals ist es leider so, dass man gerade von den Menschen am meisten verletzt wird, welche einem am nächsten stehen. Kein Tier auf dieser Welt fällt einem in den Rücken, aber ein Mensch macht dies ohne sich darüber Gedanken zu machen.

Da staune ich immer wieder über das Verhalten meiner Hunde. Es braucht keine Worte um einem Hund zu zeigen, dass es einem nicht gut geht und man einen Drücker gebrauchen könnte. Die Lieben setzen sich in solchen schwierigen Momenten einfach zu dir hin und schlabbern dich ab und zaubern dir einfach wieder ein Lächeln ins Gesicht.

Durch meine Faszination für japanische Kampfkünste und für das alte Japan und das alte China selbst, hat sich in vielen Dingen meine Lebenseinstellung in den letzten Jahren sehr stark verändert. Auch die Faszination für die amerikanischen indianischen Völker habe ich eine andere Einstellung zu anderen Lebewesen und der Natur erhalten. Wir Menschen kämpfen vielfach gegen die Natur anstatt zu lernen mit der Natur zu leben.

Gerade in schwierigen Situationen merkst du wer dir wirklich nahe steht. Diejenigen, welche selbst nichts haben und täglich ums Überleben kämpfen, würden dir ihr letztes Brot geben. Die anderen überlegen sich zuerst welchen Vorteil sie daraus ziehen können.

Diese Einstellung oder Umgangsweise merkst du dann auch bei den Tieren. Für deinen Hund bist du immer die grösste und wichtigste Person in seinem Leben, egal ob du in einem Luxushaus wohnst oder unter der Brücke schläfst.

 


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