Gefährliche Irrtümer in der Hundehaltung

Seit den SKN-Kursen hat es extrem viele Hundeschulen und darunter leider auch ganz viele, welche keine Ahnung von Hunden und deren Wesen haben. Die meisten Hundehalter nerven sich absolut im Alltag und aus diesem Grund habe ich diesen Infokurs aufgebaut. Er soll Klarheit schaffen und vor allem uns mal wieder die Augen öffnen.

Es ist ja nichts Neues, dass wir Hundehalter für das Fehlverhalten unserer Hunde die Verantwortung tragen, doch es gibt ganz viele Hundehalter, welche eigentlich nichts dafür können, dass sie sich falsch verhalten. Wir können nicht Hundehalter dafür verantwortlich machen, wenn sie das, was sie machen, so in der Hundeschule gelernt haben. Ich staune immer wieder welchen Blödsinn den Hundehaltern teilweise beigebracht wird.

Die Menschen meinen es ja nur gut und vertrauen diesen angeblichen Experten, ist ja wie wenn ich mein Auto in die Garage bringe, da gehe ich auch davon aus, dass die ja wissen was sie machen. Da ist einfach der Unterschied, dass ich sofort merke wenn etwas nicht gut ist, der Hund kann sich nicht wehren und möchte eigentlich ja nur zu uns gehören und ein Teil von unserer Familie sein.

Das Schlimme daran ist, dass gewisse Irrtümer dazu führen, dass Menschen verletzt werden können und das darf nicht sein. Es geht nicht um fremde Menschen, sondern kann jederzeit auch dein eigenes Kind sein und das sollte es nachdenklich stimmen.

 


Die andere Art der Welpenaufzucht

Woher nehmen wir Menschen uns das Recht einem Hund zu erklären, wie er funktioniert? Typisch Mensch. Wir haben immer das Gefühl, dass wir uns alles zu Untertanen machen müssen. Aber mal ehrlich, haben wir echt nichts gelernt aus der Vergangenheit?

Naturkatastrophen und die Entwicklung unseres Planeten zeigen es uns immer wieder, dass wir uns nicht gegen die Natur stellen dürfen. Das ist etwas, was wir von Naturvölkern ganz gross übernehmen könnten, denn ein Leben gegen die Natur nimmt irgendwann ein schreckliches Ende, denn dagegen haben wir keine Chance und die Natur schlägt erbarmungslos zurück.

Ich bin weder esotherisch veranlagt, noch ein Verfechter unseres Lebens, aber ich bin jemand, welcher sehr Respekt und Achtung vor unserer Natur hat und ich gebe mir Mühe, die Naturgesetze so gut als möglich einzuhalten und zu befolgen. Aber auch ich fahre ein Auto, heize mein Haus, habe ein Natel etc. aber trotzdem, ich weiss, dass ich niemals gegen einen Baum rennen sollte, da dieser einfach grösser und stärker ist als ich. Ausser ich spiele mit unfairen Mitteln und nehme eine Axt zu Hilfe, aber das wäre unfair, da sich der Baum dagegen nicht wehren kann. Wir Menschen brauchen immer irgendwelche Waffen und Werkzeuge, damit wir uns stärker fühlen und das macht uns so gefährlich.

So sollten Welpen innerhalb der Familie aufwachsen und nicht vom Rüden oder den restlichen Hunden getrennt sein. Aus Angst nehmen die meisten Züchter die kleinen Welpen separat, wird ja auch von den Veterinärdiensten so gefordert. Damit nehmen wir den Kleinen aber die Möglichkeit mit unterschiedlichen Hunden aufzuwachsen und eine gesunde Haltung gegenüber anderen Hunden zu entwickeln. Wir Menschen haben viel zu oft einfach Angst, aber genau hier weiss die Natur was sie macht und ich mache dies immer so und ich hatte bis jetzt sensationelle Welpen, welche nie Probleme mit anderen Hunden hatten. Das Leben in einem Rudel ist organisiert und jeder Hund hat seine Aufgabe im Umgang mit den Kleinen. Es ist faszinierend und wir könnten ganz viel davon lernen.


Wenn Hunde Entscheidungen treffen

Hunde arbeiten sehr gerne, das ist bekannt und es fördert auch die Gesundheit, doch neigen wir vielfach dazu unsere Hunde zu überfordern oder einfach viel zu viel von ihnen zu verlangen, denn oftmals vergessen wir die Ruhezeiten, welche sehr wichtig für die Entwicklung und Ausgeglichenheit ist.

Ich werde immer wieder gefragt, wie man seinen Hund richtig auslastet und beschäftigt. Es gibt gewisse Rassen, welche einfach eine spezielle Art der Beschäftigung brauchen wie Huskys, Schäferhunde, Border Colies etc. Viele Menschen sind gerade bei solchen Rassen der Meinung, dass wir diese fast 24 Stunden beschäftigen müssen, damit wir ihnen gerecht werden.

Ich kann hier jeden beruhigen, braucht es nicht. Vielmehr ist hier eine ruhige und faire Haltung bedeutungsvoller. Gerade solche Hunde brauchen den Bezug zu ihrem Menschen und für sie ist es das Hauptziel bei ihrem Menschen zu sein und zusammen etwas zu machen.

Viel wichtiger als jede körperliche Auslastung ist die Auslastung vom Kopf, getreu nach dem Motto das Gleichgewicht für Körper und Geist wie man bei uns sagt. So trainiere ich gerade mit solchen Hunden auf eine ganz spezielle Art und Weise.

Solche Hunde sollen ihren Kopf gebrauchen und lernen auch einzusetzen, dazu müssen sie aber selber Entscheidungen treffen können. Diese können sich von Hund zu Hund unterscheiden, aber durch solche Entscheidungen lernen die Hunde.

Das ist der Unterschied zu Platzidioten, welche einfach das machen was man ihnen sagt, denn auch diese werden irgendwann eine Entscheidung selbständig treffen, nur dann ist es nicht mehr kontrollierbar, weil wir Menschen damit nicht rechnen und absolut überfordert sind.

 

 


Was mache ich nur mit diesem Hund?

Jeder normale Hundehalter kommt irgendwann an einen Punkt, wo er fast verzweifelt und sich fragt, warum gerader dieser Hund seiner ist. Geht mir auch so und jeder der sagt, dass er das nie hat oder hatte macht irgendwas falsch, denn wenn Hunde selbständig sein können, treffen sie Entscheidungen, welche nicht immer mit unseren Ideen übereinstimmen.

 

In der Hundeschule heisst es dann meist, ja damit musst du leben, hast dir ja schliesslich solch einen Hund ausgesucht.

Doch es muss nicht so sein, denn oft liegt es nur an Kleinigkeiten und ein normales und tolles Leben wäre so nah. Die meisten Probleme sind innerhalb kürzester Zeit lösbar, wenn man den richtigen Ansatz findet.

Hier ist es wichtig, dass man seinen Hund lesen kann und vor allem auch verstehen kann. Nicht jeder Rottweiler ist als Diensthund geeignet, denn es gibt solche und solche. Oftmals gehen wir hin und entscheiden einfach aufgrund der Rasse und lassen den Charakter einfach weg. Typisches Beispiel und der Klassiker dafür ist ein Border Collie welcher mit Schafen nichts anfangen kann oder ein Rottweiler, der alles lieber knuddelt als gefährlich zu sein.

Hunde beobachten uns 24 Stunden und wissen genau wie wir funktionieren, warum machen wir das nicht? Das Leben wäre so viel einfacher und erfüllender.

Das habe ich bei jedem meiner Hunde, ein kommunikationslose Verständigung. Wir verstehen uns blind und jeder weiss, dass der eine für den anderen alles machen würde ohne dies anzutrainieren. Das hat viel mit Respekt zu tun.

Warum soll ich einem Rottweiler das Beissen und Angreifen beibringen, wenn es für die Umwelt gefährlicher wird. Hier liegt es am Menschen sinnvolle Beschäftigungen für seinen Hund zu definieren. Viele Hundehalter entscheiden oft nach dem persönlichen Erscheinungsbild, weil es halt einfach cool ist, aber warum Gefahren vergrössern nur um das eigene Ego aufzupolieren?

Wenn wir darin versagen, wird früher oder später ein Mensch verletzt oder getötet und der Leitragende in dieser Geschichte ist der Hund, welcher dann eingeschläfert wird. Für uns hat es keine Konsequenzen, wir holen uns den nächsten und machen das Gleiche wieder, ohne etwas daraus zu lernen. Tragisch, aber leider Alltag.

 



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